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Lufingen-Augwil

Ausschnitt einer Landkarte von Jos Murer von 1566



Die Gemeinde Lufingen – ein Kurzübersicht zitiert aus dem Historischen Lexikon Schweiz

"
Politische Gemeinde im Kanton Zürich, welche zum Bezirk Bülach, die das gleichnamige Dorf im oberen Embrachertal und seit 1871 den Ort Augwil umfasst. Im Jahre 1157 wird „Luvingin“ erstmalig dokumentarisch erwähnt. Im Jahre 1467 zählte das Dorf ca. 15 Einwohner (ohne Augwil)."

im Jahre 1634 148 Einwohner
im Jahre 1850 259 Einwohner
im Jahre 1900 332 Einwohner (mit Augwil)
im Jahre 1950 343 Einwohner (mit Augwil)
im Jahre 1990 938 Einwohner (mit Augwil)
im Jahre 2000 1'172 Einwohner (mit Augwil)
im Jahre 2012 1'836 Einwohner (mit Augwil)


"Römische Siedlung beim Heidenbrunnen; nicht datierte Wehranlage auf dem Gelsberg. Lufingen gehörte im Mittelalter zum Hochgericht der Grafschaft Kyburg und kam mit dieser 1424 bzw. 1452 an Zürich. Die kyburg.-habsburg. Dienstherren von Wagenberg besassen im 13. und 14. Jh. das Niedergericht. 1451 gelangte es an das Kloster St. Blasien. Der Kyburger Landvogt Johann Heinrich Waser verhinderte 1647 eine Übernahme durch Winterthur. Bis zum Verkauf an Zürich 1765 besassen die Familie Waser (1663 Bau des "Schlosses") und Bräm (ab 1697) die Gerichtsherrschaft. Die Kollatur der 1157 erstmals erwähnten Margarethenkirche lag beim Kloster St. Blasien, nach 1647 beim jeweiligen Herrschaftsinhaber und ab 1765 beim Stand Zürich. Der Pfarrer wohnte in Embrach, bis das Schloss 1812-15 in ein Pfarrhaus umgewandelt wurde. Das heutige Kirchenschiff stammt von 1842. Im Ancien Regime gehörte Lufingen zum Embracher Amt der Landvogtei Kyburg. Von 1798 an bildete es eine politische Gemeinde, zunächst bis 1803 im helvetischen Distrikt Bassersdorf, 1803-14 bzw. ab 1831 im Bezirk Bülach und 1814-31 im Oberamt Embrach. 1870-71 wurden Lufingen Moosbrunnen und Hintermarchlen (zuvor Gemeinde Embrach) sowie Augwil und Vordermarchlen (zuvor Gemeinde Oberembrach) zugeteilt. Die Heimspinnerei beschäftigte 1787 einen Drittel der Bevölkerung. Trotz des Ausbaus der Strasse Kloten-Embrach (1841-45) siedelten sich im 19. Jh. keine neuen Industrien in Lufingen an. Die aus dem Mittelalter stammende Mühle und zwei Ziegelhütten, die sich im 20. Jh. zu einer Grossziegelei entwickelten, blieben die wichtigsten Betriebe. 1933 erfolgte der Anschluss an die Buslinie Kloten-Rorbas. Der in den 1960er Jahren einsetzende Einfamilienhausbau bewirkte ein starkes Wachstum Augwils, während Lufingen stagnierte. In den letzten 10 Jahren blühte das Bauwesen jedoch vor allem im Ortsteil Lufingen und bescherte der Gemeinde im Bezug auf die Bevölkerung eine der höchsten Wachstumszahlen des Kantons."

Artikel in der Originalfassung:
-Ueli Müller, „Lufingen“, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version 15.10.2009

URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D51.php