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Kirche

Chronik der Kirche Lufingen

"Die Kirche Lufingen bestand schon im 12. Jahrhundert. In der Reformationszeit kam die Kirche an den Staat. Der jetzige Bau ruht teilweise auf dem Gemäuer einer älteren, kleinern Kirche. Dies bestätigen die Mauern unten beim Turmeingang, welche noch mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert bemalt sind und bei der derzeitigen Umbaute und Renovation zutage gefördert wurden. Eine Kopie dieser Malereien wurde angefertigt und im Jahre 1917 dem Schweizerischen Landesmuseum zu Aufbewahrung übergeben.

1835 kam die Kirche an die Gemeinde, wofür der Staat an dieselbe 5350 Gulden vergütete. Dadurch hatte die Gemeinde die Besorgung zu übernehmen:

a) Kirchenbau, Glocken, Kirchhofmauer
b) Abendmahl, Wein und Brot
c ) dem Siegrist jährlich 1 Mütt Kernen*
d) der Hebamme jährlich 1/4 Mütt Kernen.

Im gleichen Jahre wurde erstellt die Kirchhofmauer. Sie kostete 583 Gulden und 7 Batzen und wurde ausgeführt durch Maurer Heinrich Aeppli in Lufingen lt. Akkord für 115 Gulden, die Kirchuhr mit Zeittafeln an Ost und Westseite zu 118 Gulden durch Schlosser Frei in Kloten.

1842 wurde die jetzige Kirche an Stelle der alten kleinen Kirche, welche damals abgebrochen wurde, aufgebaut. Die ganze Ausführung übernahm Baumeister Kronauer in Winterthur lt. Akkord zu 3400 Gulden. Die ganze Bausumme belief sich auf 3533 Gulden, 16 Batzen.

1861 goss Glockenmeister Bodmer in Neftenbach die zwei alten Glocken zu drei neuen um, im Gesamtgewicht von 2587 Pfund. Wert 5400 Fr. Töne: grosse Glocke: eis, mittlere Glocke: ais, kleine: cis.

1872 wurden am Turm südlich und nördlich je ein Giebel mit Zeittafel aufgebaut.

1916 -1917 allgemeine Renovation und Umbaute mit Erweiterung der Anlage, wie folgt:

Anbau von drei Eingangsvorbauten mit Säulen und inneren Windfängen, Zentralheizung mit Heizraumanbau nördlich im Terrain, elektrische Lichtinstallationen mit Beleuchtungskörper in Kirche und Turm. Neue Kanzel mit Treppe und Täfel in der Kirche, neue Stuhlung der vordern Hälfte und Ergänzung an den übrigen Bänken. Die Gipsdecke wurde ebenfalls neu erstellt, in der Architektur analog der bestehenden. Bodenbeläge in den Gängen aus roten Steinzeugplatten. Ein bemaltes Fenster (segnender Jesus mit Spruch: "Kommet her zu mir alle"), ausgeführt durch Glasmaler M. Jäggli, Zürich. Erstellung eines direkten Turmeinganges auf der Nordseite. Abdeckung der überweisselten Freskomalereien, kopieren derselben und teilweise Ergänzung durch Christian Schmidt, Maler in Zürich. Anschaffung eines Harmoniums. Erstellung einer neuen Turmuhr mit neuen Minutenzeigern. Entfernen der vier alten, unschönen Spitzen auf dem Turm. Ersatz derselben durch eine Spitze mit Hahn und Kugel, in welch letzterer diese Urkunde untergebracht wurde. Anbringen neuer Dachrinnen. Umdecken und reparieren des Daches. Ergänzungen am Dachstuhl. Äusserer Verputz der Fassaden. Kirchhofmauer nördlich, östlich und südlich wurde neu erstellt anlässlich der Erweiterung des Friedhofes gegen Osten laut beigefügtem Situationsplan. Dorfplatzgestaltung mit Verlegung des Brunnens vor dem Schulhause. Die Kosten der Arbeiten und Lieferungen im Innern der Kirche belaufen sich auf rund 49'000 Franken. Diejenigen der äusseren Renovation mit Friedhoferweiterung und Umgebungsarbeiten auf rund 18'000 Franken. Runde Bausumme 67'000 Franken. Die Baukosten bezahlte der hochverehrte:

Herr August Weidmann-Züst in Thalwil**

geboren am 5. Mai 1842 in Thalwil und Bürger von Lufingen, als Geschenk an seine Heimatgemeinde. Überdies kaufte Herr Weidmann das östlich der Kirche anstossende Heimwesen als: Haus, Scheune und Gartenland des Herrn Heinrich Klöti daselbst für die Summe von 15'000 Franken. Diese Gebäulichkeiten wurden abgebrochen, wonach der Platz zur Erweiterung des Friedhofes und zur Anlage eines Dorfplatzes verwendet wurde. Laut Schenkungsurkunde Notariat Embrach vermachte Herr Weidmann diesen Platz ebenfalls der Gemeinde Lufingen. Im übrigen war Herr Weidmann Veranlasser dieser genannten baulichen Veränderungen in den Jahren 1916-17

Der bauleitende Architekt: Jörg Seger, Zürich, geboren 19. März 1885 in Ermatingen, Thurgau

Lufingen, den 1. Sept. 1917"

Zitiert aus dem Begeleitheft zur Einweihungsfeier der reformierten Kirche Lufingen vom 17. Oktober 1917


*Mütt Kernen: Das Getreide wurde nicht nach Gewicht, sondern nach Volumen gemessen. In der Deutschschweiz entsprach es einer Manneslast (Sack), nach Zürcher Mass ca. 82 Liter. Es gab ein besonderes Mass für raue Frucht (nicht gerelltes Korn, Hafer) und für glatte Frucht (gerelltes Korn, Obst, Bohnen, Erbsen). Beim gerellten Korn (Kernen) waren die Kerne von der Spelze befreit.

**siehe auch: Schloss Lufingen und seine früheren Besitzer, letzter Absatz

Beachten Sie auch den Beitrag (Folder oben "Weidmann" und "Rebmann") über August Weidmann und Hans Rebmann.

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Bild Mitte Altes Pfarrhaus Lufingen in Embrach